Reisebericht zur Medjugorje Rad-PilgerTour 2011

Von 7. bis 15. Mai 2011 sind wir wieder mit einer Radgruppe nach Medjugorje unterwegs.

Begleiten Sie uns täglich auf unserer Reise.

7. Mai 2011

Die heurige Radtour ist eine Begleittour zur 500. Pilgerfahrt mit unseren Reise-Omnibussen.

Der Vortag der Radtour gestaltete sich etwas stressig. Der ORF kündigte sich an, um die Tour aufzuzeichnen. Die Filmaufnahmen schienen ewig zu dauern, mit dem Resultat einer zweiminütigen Ausstrahlung, bundesweit in ORF Heute und einmal noch bei ORF Heute Steiermark.

Um 6:45 Uhr traf schon der erste Mitpilger aus Salzburg ein. Das Wetter schien gut zu werden. Die Sonne war kurz vor dem Aufgehen. Als alle Mitreisenden angekommen waren spendete unser Pfarrer den Reisesegen. Nicht lange danach fuhren wir los.

Noch war es etwas kühl, doch bis wir in Eichkögel (Kleinmariazell) ankamen war es schon wärmer geworden. Der Blick in das Raabtal war herrlich. Weiter führte unser Weg nach Hof bei Kirchberg, wo wir Rast hielten bei der neu erbauten Kapelle die der Muttergottes von Medjugorje geweiht ist. Bei einer kleinen Stärkung bei Familie Leitgeb ging es weiter über Kirchberg, Oberdorfberg, Kirchbach in das breite Schwarzautal.

Die Sonne war unser ständiger Begleiter, einfach herrlich wie die unterschiedlichen Grüntöne im Sonnenlicht wirkten.

Zum Mittagessen  waren wir schon in Strass vor der Grenze zu Slovenien. Weiter ging es über den nicht besetzten Grenzübergang – die Gegend sah aus wie von allen Geistern verlassen - durch kleine Orte, schöne Landschaften, durch Marburg durch und entlang der Weinberge und Flußauen der Drau. Um 17:00 Uhr erreichten wir unser Hotel.

1. Tag

Nach oben


8. Mai 2011, Muttertag

Nach einem guten Abendessen und einer angenehmen Nacht weckten uns die ersten Sonnenstrahlen. Ein wolkenloser Himmel begleitete sie.

Das deftige Frühstück mit Schinken und Ei gab uns wieder Kraft für den heutigen Tag. Wunderschönes Wetter begleitete uns den ganzen Vormittag auf der Fahrt zwischen blühenden Feldern und saftigen Wiesen.

Eine Kaffeepause in einem kleinen Gasthaus, in der Nähe von Krapina tat uns ganz gut. Ich fuhr mit der Küche an Bord weiter, um einen bestimmten Platz für das heute Mittagessen auszuwählen. Ein Platz auf einer Anhöhe wo uns das ganze Tal zu Füßen lag, war meine Wahl. – Ich wählte diese Stelle wieder, weil sie mir und meinen Begleitern bei der letzten RadPilgerTour besonders gefallen hatte. Ich hatte genügend Zeit um etwas Gutes zu Kochen und genoss vor allen Anderen die schöne Aussicht. Die nach und nach ankommenden Radler waren von diesem Ort, der Lage und dem Blick über das Tal überwältigt.

Heute ist Muttertag! Wir ließen die Mütter mit Kaffe und Kuchen von Gerda hochleben. Als das Wetter aber zuzuziehen begann machten wir uns bereit für den Aufbruch. Nass werden wollte keiner von uns. Es gelang auch fast!

Nur wenige Tropfen erwischten uns bei der Stadtfahrt durch Zagreb. Bei relativ geringem Autoverkehr ging es in raschem Tempo durch die kleinen und großen mehrspurigen Strassen. Es ist eine gutes Gefühl von den Passanten beobachtet zu werden, während man auf den mehrspurigen Gürteln fährt.

Zuletzt war noch eine Fahrt über die Save zu bewältigen. Einfach toll!

2. Tag

Nach oben


9. Mai 2011

Nach einer geruhsamen Nacht weckten uns die ersten Sonnenstrahlen. Es war frisch aber sehr freundlich. Nach der Morgenandacht ging es wieder los. Frisch fröhlich fuhren wir bis zum Stadtrand wo uns eine Straßensperre vom Begleitfahrzeug trennte. Durch blühende Wiesen und frische Laubwälder radelnd, kamen wir ganz gut vorwärts.

Heute war es ein sehr abwechslungsreicher Tag. Bergauf, bergab ging es dahin, war aber rech angenehm zu fahren. Wir hatten immer eine schöne Sicht über sich weit ausbreitende Landschaften.

Unser Mittagsplatz war wieder ein Hit. Er lag bei einer Kirche auf einer Anhöhe von wo aus wir über das ganze Tal blicken konnten. Gut gestärkt fuhren wir dann weiter durch lange Täler bis zu unserer Bergwertung am Vratnik. Oben wartete ich mit einem Kaffee zur Stärkung für die Radler.

Die Talfahrt genossen wir sehr. In diesem Tal in Richtung Dvor sind sehr viele alte Bauernhöfe aus Holz. Teilweise sind sie gut erhalten und teilweise durch den Jugoslawienkrieg arg zerstört. Man kann hier nachvollziehen, wie der Krieg gewütet haben muss.

Endlich erreichten wir die Grenze bei Novi Grad - damals „Bosanski Novi“. Die Grenzbeamten kontrollierten unser Begleitfahrzeug sehr genau, schienen aber nicht zu wissen, wonach sie suchten. Schließlich durften wir doch weiterfahren.

Im Hotel angekommen, machten wir uns frisch und gingen in ein nahe im Fluss gelegenes Restaurant, wo wir vorzüglich zu Abend aßen.

3. Tag

Nach oben


10. Mai

Nach angenehm tiefem Schlaf, weckte uns wieder die Sonne und wir blickten wieder in einen wolkenlosen Himmel.

Wir machten einen Stadtspaziergang in Novi Grad. Beeindruckend, wie nahe Leben und Tot hier beieinander liegen. Zwischen Blumen werden auch Särge angeboten. Einfach so.

Durch den Spaziergang konnten wir uns ein wenig vorstellen, wie mühsam das Leben hier ist. Auch beeindruckte uns die Feuerwehrtechnik, die hier noch verwendet wird. So zu arbeiten können wir uns gar nicht mehr vorstellen.

Bei strahlend blauem Himmel traten wir unsere Fahrt an. Uns schien, als würden wir auf einer endlosen Ebene dahinfahren. Wir kamen rasch voran. Eine Kaffeepause in Prijedor tat uns ganz gut. Wir kamen unserem Etappenziel immer näher. Wieder fanden wir einen schön gelegenen Platz, wo wir das Mittagessen einnahmen.

Gut gestärkt konnten wir unseren heutigen letzten Teil des Weges bestreiten. Eine lange Ebene, dann eine kurze aber harte Steigung und wir erblickten Banja Luka. Von nun ging es zügig voran. Eie Abfahrt, dann die gut ausgebaute Stadteinfahrt und schon kamen wir in das Tal der Vrbas und unserem Schlafplatz näher. Ein schön am Flussufer gelegenes Hotel lud zum Bleiben und zur Erholung ein. Ein gutes Abendessen entschädigte uns für die heutigen Strapazen.

4. Tag

Nach oben


11. Mai

Nach einer sehr erholsamen Nacht bestiegen wir wiederum bei Sonnenschein die Räder. Das Tal der Vrbas beeindruckte abwechselnd durch überhängende oder steile, glatte Felsen und durch Wälder und Auen. Hier hat man wirklich das Gefühl ein Teil der Natur zu sein, trotzdem uns immer wieder Autos begegneten. Wir hielten zwischendurch immer wieder, wodurch dieser Abschnitt noch Mal zu etwas Besonderem wurde.

Neben vielen Stauseen mussten wir auch über Berge, von denen aus man in die Schluchten sah. Ein nicht zu beschreibendes Gefühl verbreitete sich in Einem. Unser Mittagsplatz war bei einem Heiligtum, das im Krieg komplett zerstört worden war. In der aus den Trümmern erbauten Kapelle durften wir eine Hl. Messe feiern. Auch unsere Mittagsrast konnten wir hier, im neu entstehenden Pilgerzentrum halten.

Weiter ging die Fahrt nach Jaice, zum imposanten Wasserfall. Durch schöne Täler immer dem Fluss entlang, bis wir zu einer Hängebrücke kamen. Wir mussten unbedingt ausprobieren, wie es sich anfühlt, über diese Brücke zu gehen. Wackelig waren wir unterwegs und das unsichere Gefühl, ob sie denn halten würde, begleitete uns.

Das Wetter war uns gnädig und so konnten wir auch zwischendurch in einer trockenen Wiese liegen. Leider wurden nicht alle Kriegsrelikte aus dem Jugoslawienkrieg gefunden und so sieht man immer wieder Tafeln, die vor Mienen waren.

Wir kamen bei unserem Hotel gut an, bezogen die Zimmer und ließen es uns kulinarisch und mit Ruhe gut gehen.

5. Tag

Nach oben


12. Mai

Nach einer angenehmen Nacht gab es ein gutes Frühstück. Heute stand uns ein höherer Berg bevor. Ganz sanft ging es los, eine Lange Ebene breitete sich vor uns aus. Am Straßenrand sah man immer wieder Warntafeln die vor Mienen warnten. Zerschossene Häuser, Bauruinen, einfach schrecklich wie der Krieg hier getobt haben muss.

Doch endlich kam der schon erwartete Anstieg. Wir teilten den Berg in zwei Hälften: bis zur Mittelstation, dann eine Kaffeepause, dann ganz auf den Gipfel rauf, wo schon das Mittagessen auf uns wartete. Wieder waren wir an einem tollen Platz. Sonnenschein und gutes Essen. Was will man mehr!

Zu Fuß erkundeten wir noch ein Denkmal aus der Zeit von Tito und dann ging die Talfahrt los. Wir stoppten immer wieder, um uns an der schönen Aussichte zu erfreuen. In weiter Ferne konnten wir unser Nachtquartier schon sehen. Doch noch es nicht so weit.

Im Moment waren wir auf holprigen und steilen, engen Strassen unterwegs, auf denen sich sogar unser Begleitbus abzumühen schien.

Wir kamen dem Kloster Rama immer näher. Dort sollten wir zum ersten Mal auf die Reisegruppe, die gestern mit dem Bus von Österreich aufgebrochen war, treffen. Wir waren gespannt. Die schöne Gegend, der Empfang, …. Wie würde es werden? Wir erlebten einen herzlichen Empfang. Die Bustruppe wartete bereits auf uns, feuerte uns an, klatschte uns ein, jubelte uns zu. Mich überfiel ein Glücksgefühl, das mich fast zum Weinen brachte.

Nachmittags bezogen wir die Zimmer die, zu unserem Überraschen, nichts mit Klosterkammern zu tun hatten, wie man sie sich vielleicht vorstellt, sondern sehr schön waren. Wir gingen noch in ein nicht weit entferntes Gasthaus, wo wir wieder einen wunderschönen Platz gefunden hatten und bestes Essen erhielten.

Gute Stärkung und eine ausgiebige Nachtruhe waren gefragt. Der nächste würde ein anstrengender Tag werden.

 

6. Tag

Nach oben


13. Mai

Nach einer weiteren ruhigen Nacht, der Sonnenaufgang über den Bergen spiegelt sich im See, hieß es aufstehen. Die Morgenandacht hielten wir in der Kapelle vom Kloster. Anschließend durften wir ein ausgiebiges Frühstück genießen. Gleich danach waren wir auch schon wieder unterwegs.

Die erste kleine Steigung hatten wir nach 25 Minuten hinter uns gebracht und schon ging es bergab. Wir konnten die Räder rollen lassen.

Es ging an imposanten Gesteinsformationen vorbei, welche die unterschiedlichsten Gesteinsschichten freigaben. Ein Stausee folgt dem anderen und wir kamen rasch voran. Da und dort verweilten wir und nahmen die Eindrücke in uns auf.

Schon bald kamen wir nach Mostar. Noch immer sind hier die Einschusslöcher an den Häusern zu sehen, wie schon in mehreren Orten davor, die wir bereits passiert hatten.

Bei unserem geplanten Mittagsziel angekommen, erwartete uns ein königliches Essen: gegrillter Fisch mit entsprechenden Beilagen.

Wir waren gestärkt für eine Stadtbesichtigung, sammelten neue Eindrücke und nahmen diese mit auf unsere Weiterfahrt. Entlang der Neretva gelangten wir an unsere letzte Bergtour, die uns noch einmal alles abverlangte. Als wir diese hinter uns liegen hatten, ging es auf einem Hochplateau weiter bis nach Medjugorje.

Die Einfahrt in das Dorf mit Stadtcharakter war voller Erwartungen und Spannung unsererseits. Eine Gruppe der Bus-Pilger erwarteten uns und jubelten uns zu. Wir hatten es Geschafft! Ein durch und durch gutes Gefühl.

Auch der Pfarrer von Medjugorje kam, um uns zu begrüßen und würdigte unsere Leistung. Nach einen Dankeschön an Maria bekamen wir von Ivan, dem Hotelbesitzer, Getränke zur Stärkung. Noch ein paar Meter bis zum Hotel Marben, verladen der Räder und danach wurden wir einquartiert. Duschen, abspannen, loslassen!

Das Abendessen erhielten wir am privaten Bauernhof unseres Gastgebers. Es gab gutes Essen und davon reichlich, dazu besten Wein. Viele Geschichten wurden erzählt und die Zeit verging wie im Flug.

 

7. Tag

Nach oben


14. Mai

Nach wenig Schlaf ging es um 4:00 Uhr morgens raus auf den Kreuzberg. Wir waren die ersten am Weg. An jeder Station hielten wir eine kleine Andacht. Langsam wurde es hell, der Sonnenaufgang direkt beim Kreuz ließ uns erahnen wie groß Gott sein muss.

Am Rückweg gaben wir unsere übrig gebliebenen Äpfel, die wir während unserer Tour nicht essen konnten, bei den Burschen vom Genacolo ab. Ein herzhaftes Frühstück mit Eierspeise und Speck brachte uns wieder Kraft.

Um 10:00 Uhr war der Festgottesdienst. Das Gemeinsame Festmahl hielten wir in Citluk.

8. Tag

Nach oben


15. Mai

Am nächsten Morgen brachen wir früh auf. Gemeinsam mit der Bus-Pilgergruppe fuhren wir nach Hause. Die Räder und das Gepäck verstaut, konnten wir die Rückfahrt entspannt antreten.

In der Pfarrkirche von Wagna bei Leibnitz hielten wir unseren Sonntagsgottesdienst. Das steirische Backhendl zu Mittag, verlieh der Rad-PilgerTour noch einen herzhaften Abschluss.

 

9. Tag

Nach oben