Mit dem Rad zum Heiligtum nach Tschenstochau

1. Tag, Samstag, 16. Mai 2009 - Fotos

8:00 Uhr, alle Teilnehmer sind beim Reisebüro Fragollo eingetroffen; 8:20 Uhr Abfahrt bei bewölktem Himmel.

Von Oed in Markt Hartmannsdorf führt die erste Teilstrecke über Ilz, Riegersdorf, Lindegg und Blumau bis nach Burgau, wo nach einer kurzen Steigung eine Aussichtswarte das Ziel war. Nach einem herrlichen Ausblick traten wir die Fahrt nach Stegersbach über einen Abschnitt mit 10 % Gefälle an. Auf einem neu asphaltierten Radweg ging es weiter bis nach Lizelsdorf, der wieder in die Bundesstraße mündete. Auf der Ebene war es angenehm zu radeln. Durch Oberwart durch, über eine kurze Steigung in Richtung Stadtschlaining, erreichten wir eine kleine Waldwiese, die uns zur Mittagsrast diente.

Über St. Martin und Drumling hatten wir bis Stadtschleining immer wieder Steigungen zu überwinden. Bei der Burganlage hielten wir kurz, um das Gebäude zu bestaunen und die Aussicht zu genießen. Wir entschieden uns gegen eine Einkehr ins Burgcafé, nachdem immer mehr Wolken am Himmel aufzogen.

Entlang des Tauchenbachs fuhren wir bis Göberling und wurden prompt vom Regen erwischt. In einem Gasthaus suchten wir Schutz und holten unsere Kaffeepause nach. Das feuchte Wetter hielt uns aber nicht ab, dann doch weiter zu fahren. Eine anspruchsvolle Strecke mit wechselnden Berg- und Talfahrten führte uns durch Unterkohlstätten und Oberkohlstätten bis nach Weissenbach, wo der Radweg die Bundesstraße begleitet. Über Piringsdorf, Steinbergdörfl und Daßmarkt erreichten wir Oberpullendorf. Nächtigung im Sporthotel.

Tagesstrecke: 103 km
Seehöhe: 997 m
Fahrzeit: 5 h 26 min

 

2. Tag, Sonntag, 17. Mai 2009  

Der Bundesstraße entlang folgten wir Stoob, Neutal, Weppersdorf und Sieggraben, kamen an Mattersburg vorbei, durch Zemendorf und Kleinfrauenhaid. Mit viel Herzlichkeit, die wir sehr genossen, wurden wir dort in einem Gasthaus aufgenommen. Nach einer Stärkung fuhren wir wieder weiter.

Über Hirm, Zillingtal, Steinbrunn, Neufeld a.d. Leitha, Hornstein, Leithaprodersdorf, Seibersdorf, Trautmannsdorf ging es bis nach Pischelsdorf. Willi hat dort Freunde, die er bei einer Kur kennen gelernt hat. Wir wurden von ihnen mit einem Transparent empfangen, sodass wir den Eindruck hatten, als wären wir bei einen Volksfest. Im Innenhof tafelten wir bestens versorgt mit Bier, Wein, Obst, Kuchen, Schokoriegel, ….. Dennoch war ein Abschied unvermeidlich. Unser Endziel war noch weit enfernt.

Wir kamen nach Sarasdorf und Sixtneusiedl, wo wir durch eine schöne Kellergasse bis auf eine Anhöhe hinauffuhren. Vor uns lagen die Kornäcker, an denen wir dann bis Maria Elend und Haslau a.d.Donau entlangfuhren. Dort gingen wir auf eine Fähre. Spektakulär schiffte uns der Fährmann durch die reißende Strömung der Donau ans andere Ufer nach Orth an der Donau. Der Begleitbus musste über Hainburg Donaubrücke einen Umweg von 43,8 km fahren. Nächtigung in der Pension Steurer. Zuvor allerdings wartete noch ein Abendessen mit sehr guten Fisch auf uns.

Tagesstrecke: 110 km
Seehöhe: 595 m
Fahrzeit: 5 h

 

3. Tag, Montag, 18. Mai 2009 Orth a. d. Donau

Wir brachen in Richtung Gänserndorf nach Matzen und Spannberg auf. Kleinere Steigungen führten durch die Ölfelder der ÖMV, wo die Förderpumpen mitten in den Getreidefeldern doch etwas seltsam anmuten.

Der Wind begleitete uns ständig, hielt aber auch den Regen von uns fern. Weiter über Vlem Loidestal und Zistersdorf, Hohenau, Gösting, Paltendorf und Dobermannsdorf strampelten wir in Richtung Altlichtenwarth. Nach einer Steigung bis nach Mühlberg genossen wir auf einer Erhöhung das von unserer Gerda mit Liebe gekochte Mittagessen.

Nach Katzelsdorf und Raintal lag die österreichisch tschechische Grenze vor uns. In Lednice legten wir beim schönen Schloß eine Pause ein. Die letzte Tages-Etappe führte uns durch wunderschöne Auen, durch fast unbesiedeltes Gebiet und an alten Streuobst Anlagen vorbei bis nach Cejkovice.

Das Wetter war heute anfangs windig, stark bewölkt, aber auch wieder sonnig und sehr warm. 
Nächtigen im Schloss Hotel Zamek. Das Abendessen in den verzweigten Gängen im Keller des Templerordens war ein besonderes Erlebnis.

Tagesstrecke: 117 km
Seehöhe: 762 m
Fahrzeit: 5 h 30 min
 

 

4. Tag, Dienstag, 19. Mai 2009

Abfahrt von Cejkovice, weiter bis nach Kyjov und bei Osvetimany eine längere Strecke bergauf. Danach war die Talfahrt wieder ein Genuss. Über Ziechov ging es nach Velehrad. Hier, bei der größten Südmährischen Walfahrtskirche, hielten wir inne um die Zeichen längst vergangener Zeiten zu bewundern.

Wir fuhren weiter durch Wälder, bergauf und bergab eine recht anspruchsvolle Strecke bis zum Mittagessen in einer Waldlichtung. Das Essen schmeckte uns wieder sehr gut und gab uns wieder Kraft für die weitere Strecke. Über den  Pass Brunc - 544  Meter über dem Meeresspiegel - Zdounky, Zlobice, Oplocany und Toracov fuhren wir wieder bergauf und bergab im Wechsel nach Dubn. In Moravou gibt es eine Walfahrtskirche, bei der wir kurz stoppten. Wir trafen auf den dortigen Pfarrer, der sich als begeisterter Jäger outete und uns durch die Kirche führte. Bei angenehmen Sonnenschein fuhren wir weiter nach Olomuc. Hinter dem Betreuerbus herradelnd, wurden wir zum Hotel Flora gelotst. Nach einem ausgiebigen Abendessen machten wir einen Stadtspaziergang durch OLOMUC. Der schöne Hauptplatz liegt nicht weit vom Hotel entfernt.

Tagesstrecke: 122 km
Seehöhe: 1479 m
Fahrzeit: 7 h

Ein anspruchvoller Tag lag hinter uns!

 

5. Tag, Mittwoch, 20. Mai 2009

Abfahrt um 8:00 Uhr. Von OLOMUC ging es in Richtung Chmoutov und weiter nach Zerotin und Ujezd. Bei Dolouha Loucka fuhren wir auf der 449 in Richtung Rymarov. Auch heute lag wieder eine anspruchsvolle Strecke vor uns. Die Strecke führte aber durch schönstes Weideland, an Almen vorbei bergauf und bergab bis wir wieder auf einem Aussichtspunkt unser Mittagessen einnahmen. Wir genossen nicht nur das Essen sondern auch den herrlichen Ausblick über sanfte Almenwiesen und das zufrieden vor sich hin kauende Weidevieh.

Die Schiorte Dol, Moravce und Mala Moravka lagen vor uns. In diesem Gebiet gibt es viele Kalupca. „Kolupen“ sind zu Deutsch „Hütten“. Unsere Tour bringt uns nach Karlova Studanka, einem ehemaligen Kurort, der noch heute mit schönen Hotels aus Holz, mit einem Kurhaus, einem Springbrunnen und den angelegten Wiesen daran erinnert.

Hier teilt sich unsere Gruppe. Ein Teil fährt auf den Berg Altvater Praded auf 1491 Meter Seehöhe mit einer Auffahrt von ca. 9 Kilometern.

Der andere Teil fühlt sich für einige Stunden wie die Kurgäste von damals. Nach vollendeter Leistung für die einen und Erholung für die Anderen geht die Fahrt wieder weiter bis zum Hotel Koliba in Vrbno pod Pradedem.  

Kurgast-Gruppe
Tagesstrecke: 80 km
Seehöhe: 1055 m
Fahrzeit: 4 h 30 min

Berg-Gruppe
Tagesstrecke: 98 km
Seehöhe: 1677 m
Fahrzeit: 6 h 30 min

 

6. Tag, Donnerstag, 21. Mai 2009

In Zlate Hory kommen wir an die Grenze nach Polen. Noch in Tschechien mussten wir einen Stopp einlegen, da das Rad von Edi einen Rahmenbruch hatte. Umstieg aufs Reserverad und kurzerhand ging es weiter.

Durch Wiesen und Hügel ging es manches Mal etwas steiler dann wieder etwas flacher hindurch. Durch Prudnik hindurch, vorbei an Biala und Krobusz. Auf der neu asphaltieren Umfahrungsstrasse war es ein Genuss leicht dahin zu radeln. Anton übersah allerdings auf der schlechteren Strecke ein Schlagloch und hatte gleich 2 Platte bei seinen Rad. Nach einer raschen Reparatur ging es weiter über Kujawy, wo wir dann auf einen Rastplatz Mittag hielten.

Auf ein bereits gewohnt gutes Mittagessen und ein Mittagsschlaf für einige von uns, ging die Fahrt weiter durch Krapkowice in Richtung Annaberg. Entlang der Strecke standen prächtige Kirschbäume die mit ihrer Fülle an Kirschen zu einem Schmaus einluden. Die gemütliche Nachmittagssonne die uns dabei in den Nacken schien, lies uns einen Hauch von Urlaub im Schlaraffenland spüren.

Eine kleine Bergwertung später waren wir schließlich am Annaberg angelangt, wo wir uns eine Verschnaufpause gönnten, bis wir zur Basilika weiter fuhren. Zum Dank für unsere heile Ankunft sangen wir ein Lied, das uns gerade an diesem speziellen Ort sehr berührte.

Bis zu unserem Nachquartier lag nur noch eine kurze Strecke vor uns. Es war ein nettes verspieltes Haus mit kleinen Zimmern und guten Essen. Anschließend saßen wir noch lange im Garten und genossen die laue Nacht.

Tagesstrecke: 99 km
Seehöhe: 670 m
Fahrzeit: 5 h

 

7. Tag, Freitag, 22. Mai 2009

Der letzte Radltag nahm seinen Anfang, mit einer Abwärtstour in Richtung Lesnica (Bergstadt),  Strzelceb Opolskie (Groß Strehlitz) und Toszek(Tost) weiter in Richtung Wielowies. Wir hatten eine angenehme Nachtruhe und strotzen nur so vor Energie. Unsere Euphorie, unserem Ziel schon so nahe zu sein, tat sein Übriges. Wir machten gleich zwei kleine Umwege, was allerdings Niemanden sonderlich störte. Wir vermeinten unser Ziel bereits zu spüren.

Bei einer langen Baustelle hatte Anton mehrere „Patschen“, sodass wir den Eindruck hatten, er wolle einen Rekord im „Patschenbicken“ aufstellen. Endlich hatten wir die sehr lange Baustelle überwunden und nur noch wenige Kilometer trennten uns von der Stelle, wo wir zu Mittag essen wollten. Heute gab es ein sehr gutes Fastenmahl: Gnocci in Lachssauce. Es war zum Schwärmen – abgesehen davon, dass es auf dieser Tour das letzte gemeinsame Mittagessen unter freiem Himmel war. Nicht einem leichter Regen störte uns, dem wir kurzzeitig auswichen, indem wir in den Bus übersiedelten.

Auf zur letzten Etappe nach Tschenstochau. Mit dem Regen, der uns von jetzt an nicht mehr verlassen wollte, schien es, dass wir wohl einer Prüfung unterzogen werden sollten. Doch wir hielten durch und radelten bis zu unserem Ziel, dem Heiligtum Jasna Gora. Wir waren durchnässt und es war kalt. Doch die Freude, nach körperlichen Strapazen aber vielen schönen Erlebnissen hier gesund angekommen zu sein, überwog. Zudem lag unser Hotel sehr nahe und wir konnten uns wieder wärmen.

Tagesstrecke: 110 km
Seehöhe: 575 m
Fahrzeit: 6 h
 

 

8. Tag, Samstag, 23. Mai 2009  

Schon sehr früh morgens gingen wir in die Basilika, wo für uns in der Gnadenkapelle direkt beim Altar vorne, im abgesperrten Bereich, reserviert war.

Wir durften die Dank- und Bittmesse an diesem schönen Platz direkt bei der Madonna feiern.  

Zu Mittag hatten wir dann eine Führung durch das Heiligtum mit einem Führer der Paulinen.

Beeindruckend schilderte er die Geschehnisse, die sich über einen langen Zeitraum hier im Heiligtum zugetragen hat. Anschließend wurden wir auf den Kirchturm geführt, wo wir erst realisierten, wir groß die Stadt Czestochowa ist.

 

9. Tag, Sonntag, 24. Mai 2009 

Mit dem Begleitbus ging es durch Polen zurück nach Tschechien. Dort gab es erst mal in Prostejov ein sehr gutes Mittagessen im Grand Hotel Rolny. Weiter über die tschechisch österreichische Grenze fuhren wir in Richtung Heimat. 

Abends, gegen 20:00 Uhr, kamen wir schließlich in Oed an. Wir wurden noch von Monika zum entspannten Ausklang auf ein Glaserl Wein eingeladen. Einige mussten jedoch gleich ihre weiter Heimfahrt antreten.

Diese schönen Tage sind wie im Flug vergangen und es ist immer schade, wenn solch schöne Erlebnisse vorbei sind. Doch ich denke, dass sich alle, die an dieser Rad-PilgerTour teilgenommen haben, noch gerne und oft an diese Reise erinnern werden.

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